Voltaire:
DER FANATISMUS ODER
MOHAMMED
inklusive der Essays
PREDIGT DER FÜNFZIG
und VON DEM KORANE
UND DEM MAHOMED

14 × 21,5 cm, 176 Seiten, gebunden
Mit Kopffarbschnitt und Prägung
Euro 20,00 (D) / 20,85 (A) 

 

»Wer sagt, dass die Zeit solcher Verbrechen vorüber ist, dass die Flammen der Religionskriege erloschen sind, der tut, wie mir scheint, der menschlichen Natur eine zu große Ehre an.«
VOLTAIRE AN FRIEDRICH II.

Ein Vorgeschmack – gesprochen von Ulrich Noethen.
 

Voltaires Tragödie Der Fanatismus oder Mohammed stellt Macht und Manipulation exemplarisch dar: Der religiöse Fanatismus wird zur politischen Waffe. Das Stück ist ein drastischer Ruf der Warnung. Der katholische Klerus ließ das Stück sofort verbieten, Voltaire widmete es sofort dem Papst.
Der Fanatismus oder Mohammed erzählt eine haarsträubende und gewöhnliche Geschichte: Hirn und Herz eines jungen Mannes werden gewaschen, die Religion lässt ihn zum Mörder werden. Sein Auftraggeber ist der Prophet Mohammed, der die Stadt Mekka erobern will – und triumphiert.
Die Neuübersetzung der Tragödie wird ergänzt durch Voltaires Widmungsbriefe an Friedrich II. und den Papst, sowie durch zwei schonungslose Streitschriften: In ihnen rechnet Voltaire mit den drei Buchreligionen gleichermaßen ab. Die Predigt der Fünfzig zerlegt die Bibel, Von dem Korane und dem Mahomed den Koran – dieser Essay wird in einer zeitgenössischen Übersetzung von Gotthold Ephraim Lessing präsentiert. Es geht Voltaire nicht um eine einzelne Religion, er schreibt gegen den Missbrauch des Göttlichen und gegen den Fanatismus an.

VOLTAIRE (1694–1778) publizierte unablässig nicht nur für die Toleranz, sondern vor allem auch gegen Aberglaube, Fanatismus und Klerus. Der Fanatismus oder Mohammed wurde 1741 uraufgeführt und ein europaweiter Erfolg: Bis ins 19. Jahrhundert erlebte das Stück unzählige Auflagen und wurde in dreizehn Sprachen übersetzt. Die letzte Übersetzung von Der Fanatismus oder Mohammed ins Deutsche entstand im Jahr 1800 – kein Geringerer als Goethe legte sie vor.

TOBIAS ROTH (1985–), debütierte 2013 mit dem Gedichtband Aus Waben (Verlagshaus Berlin) und veröffentlichte seither Übersetzungen u.a. von Werken Bartolomeo Scappis, Giovanni Pontanos und Angelo Polizianos. »Auf dem Kerbholz« u.a. Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis (2013) und Bayerischer Kunstförderpreis (2015), setzt sich nach Kräften für die Écrasierung des Infamen ein.