Alfred Neumann:
ES WAREN IHRER SECHS

14 × 21,5 cm, 400 Seiten, gebunden
Mit Kopffarbschnitt, Lesebändchen
und Prägung
Euro 25,00 (D) / 25,70 (A)
ISBN: 978-3-946990-17-8

 

»Kein deutscher Dichter [hat] die Psychologie der Macht und die intellektuelle Technik der politischen Intrige so konsequent dargestellt.« 
Hermann Kersten


»Einerlei, ob sich dieses oder jenes anders zugetragen haben mag – immer wieder sagen wir fasziniert Seite um Seite verschlingend: ja, so war es, genau so!« 
Münchner Merkur, 1948 

Bereits vor seinem Erscheinen in Deutsch­land wurde Alfred Neumanns internationaler Erfolgsroman ES WAREN IHRER SECHS – der zunächst 1944 auf Englisch publiziert worden war – zum Skandal. Inge Scholl, die Schwester von Sophie und Hans Scholl, wen­dete sich mit einem Brandbrief an die Presse. Und zahlreiche Rezensenten warfen Neumann vor, dass er aus dem Exil heraus einen fiktio­nalen Roman verfasst habe, der die Ereignis­se falsch wiedergebe und der »zauberhaft un­schuldsvollen Jugend der Weißen Rose« (Hans Joachim Wiegand) nicht gerecht werde. Denn längst ging es um mehr, als um die Kritik an einem Roman: Die Erinnerung an die Weiße Rose war zu einer Frage nationaler Selbstver­gewisserung geworden. Jetzt lässt sich dieser sprachlich virtuose Roman wiederentdecken und seine Rezeptionsgeschichte nachvoll­ziehen. 

Die Handlung des Romans setzt mit den Ver­haftungen ein und schildert die Verhöre, den Prozess und schließlich den Tag der Hinrichtung der Widerständler. In Rückblenden werden die Lebensgeschichten der handelnden Roman­fi­guren geschildert und warum sie den Weg in den Widerstand wählten. Neumanns Helden sind ambivalente, innerlich durchaus zerrissene Cha­raktere mit brüchigen Biografien. Und gerade das lässt seine Protagonisten für den heutigen Leser so authentisch und lebendig wirken. 

ALFRED NEUMANN wurde 1895 in Westpreußen geboren und starb 1952 in Lugano. Er gilt aufgrund seines Erfolges als große Ausnahme unter den deutschen Exilschriftstellern, die in Hol­lywood ihr Glück als Filmautor versuchten. Vor seiner Flucht arbeitete er als Verlagslektor und war von 1918 bis 1920 Dra­maturg an den Münchner Kammerspielen. Als Schriftsteller gelang ihm 1926 mit dem Roman Der Teufel der große Durch­bruch.