Montag, 15. Oktober 2018, 19:30 Uhr
Brotfabrik
Caligariplatz 1 / 13086 Berlin

Eintritt: 5,- / ermäßigt 3,- 

Nur die Freiheit darf die Beziehungen regeln.

 VERLAG DAS KULTURELLE GEDÄCHTNIS
Giovanni Rossi: Cecilia. Anarchie und Freie Liebe
mit Tobias Roth


Im Februar 1890 bricht der Agronom, Veterinär und Anarchist Giovanni Rossi mit einer kleinen Gruppe von Pionier*innen auf, um in der Neuen Welt einen Versuch zu starten: Im südbrasilianischen Bundesstaat Paraná gründet er die Kolonie Cecilia. Es gibt keine Regeln, keine Abmachungen, keine Hierarchien, keine Abhängigkeiten – nur mannigfaltige Beziehungen unter den Kolonist*innen. Im Besonderen setzt sich Rossi für die Befreiung der Arbeiterin ein und sucht nach neuen freundschaftlichen, emotionalen und erotischen Beziehungen – ganz im Zeichen der Anarchie.

www.brotfabrik-berlin.de

Donnerstag, 23. August 2018, 19:30 Uhr
Büchergilde Buchhandlung am Wittenbergplatz
Welserstraße 28 (Ecke Lietzenburger Straße) / 10777 Berlin

Eintritt frei

Zum 75. Todestag von
ERNST OTTWALT

VERLAG DAS KULTURELLE GEDÄCHTNIS
mit Carsten Pfeiffer und Thomas Böhm (Moderation))



Ernst Ottwalt - Freikorps-Kämpfer, Kommunist, Nazi-Gegner und Opfer der Stalinistischen Säuberungen.
Ernst Ottwalts Biographie ist von einem radikalen Seitenwechsel geprägt. Als junger Erwachsener Freikorps-Kämpfer und Gegner der Weimarer Republik, wurde er in den zwanziger Jahren Kommunist und war eng befreundet mit Bertolt Brecht, mit dem er das Drehbuch zum Film "Kuhle Wampe" schrieb. Er veröffentliche zwei Romane im legendären Malik Verlag: "Ruhe und Ordnung" und "Denn sie wissen, was Sie tun". Im Jahr 1932 veröffentlichte er mit "Deutschland erwache! Geschichte des Nationalsozialsmus" eine ebenso entlarvende wie hellsichtige Warnung vor Hitler und den Nazis. In Folge dessen wurden seine Bücher nach der Machtergreifung der Nazis bei den Autodafés nicht nur verbrannt, er wurde in den Listen über das "auszumerzende Schriftgut" als einer von 12 Schriftstellern besonders hervor gehoben, deren Werk nicht nur aus Bibliotheken und Leihbüchereien zu entfernen sind, sondern auch aus dem Buchhandel zu entfernen seien. Mit ihm genannt: Lion Feuchtwanger, Alfred Kerr, Egon Erwin Kisch, Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky u.a.
Nach der erfolgreichen Flucht vor den Nazis nach Dänemark, zusammen mit seiner Frau, Bertolt Brecht und Helene Weigel, floh er weiter in die Sowjetunion, wo er sich als Kommunist besonderen Schutz versprach. 1936 wurde er denunziert und nach langer Haft im Zuge der Stalinistischen Säuberungen zu 5 Jahren Straflager in Sibirien verurteilt. In einem Lager in der Nähe von Archangelsk verstab er (vermutlich) am 24.08.1943.  Die Hintergründe seines Todes - ob er ermordet wurde oder an Auszehrung, Hunger oder Krankheit starb - sind nicht bekannt.

Aus Anlass der Neuausgabe seines deutschen Justizromans "Denn sie wissen, was sie tun" in der Büchergilde Gutenberg und im Verlag Das Kulturelle Gedächtnis und des 75 Todestages Ernst Ottwalts stellen der Herausgeber Carsten Pfeiffer und der Moderator Thomas Böhm den Roman, die Vita Ernst Ottwalts und weitere Titel aus dem Verlag Das Kulturelle Gedächtnis vor.


Samstag, 30. Juni 2018, 11:00 Uhr
Literaturhaus Stuttgart / Breitscheidstraße 4 / 70174 Stuttgart